In unserem Newsletter Unternehmensnachfolge vom 16. Mai 2011 haben wir das Thema als Schwerpunkt gesetzt. Den Inhalt des Newsletterrs finden Sie untenstehend.
Herausforderung Generationenwechsel – Daten und Fakten
74 % der mittelständischen Betriebe in Deutschland sind inhabergeführt und bei einem großen Teil steht in den nächsten Jahren ein Generationenwechsel an. Mit viel Mut, Herzblut und Kapitaleinsatz wurden die Unternehmen über Jahre aufgebaut, entwickelt und etabliert.
Nicht selten haben unter dem hohen Arbeitsaufwand Familie, Freundeskreis und auch die Gesundheit gelitten. Das Unternehmen ist Lebenswerk und Lebensinhalt. Verständlich, dass die Übergabe an die nachfolgende Generation oder die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für kleine und mittelständische Unternehmen eine große Herausforderung darstellt.
Bei knapp 110.000 Familienunternehmen steht laut IFM (Institut für Mittelstandsforschung Bonn) in den kommenden fünf Jahren eine Nachfolgeregelung an, davon werden rund 1,4 Mio. Beschäftigte betroffen sein.
Nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) sind jährlich mehr als 40.000 Unternehmen aufgrund des Generationenwechsels von einem Verkauf oder einer Schließung bedroht – und damit stehen auch rund 140.000 Arbeitnehmer vor einer ungewissen Zukunft. In 60 % der Fälle findet sich in der Familie kein Nachfolger. Zahlreiche Familienunternehmen und Handwerksbetriebe müssen schließen, weil sie keinen externen Nachfolger finden, die Suche nach einem Nachfolger nicht rechtzeitig begonnen haben oder es versäumt haben, das Unternehmen für potenzielle Käufer interessant zu machen.
Planung und Steuerung der Unternehmensnachfolge
Im Gegensatz zur USA und Spanien ist die Unternehmensnachfolge in Deutschland ein sensibles und vertrauliches Thema. Der Markt der zur Nachfolge anstehenden Unternehmen ist intransparent und wenig öffentlich. Doch der Generationenwechsel wird für jeden Unternehmer irgendwann aktuell und es ist wichtig frühzeitig die Weichen zu stellen und die Nachfolge systematisch vorzubereiten.
Erfahrungen aus der Beratungspraxis der Industrie- und Handelskammern zeigen, dass ein erfolgreicher Nachfolgeprozess gut und gerne vier bis sechs Jahre dauern kann. Als Richtwert für die Nachfolgeplanung sollte deshalb das 55. Lebensjahr gesehen werden, dann bleibt genügend Zeit das Unternehmen in der Übergangsphase zu begleiten und zu unterstützen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für den dauerhaften Erhalt des Betriebes und der Arbeitsplätze.
Schon vor der Übergabe muss das Unternehmen fit für den Generationswechsel gemacht werden. „Viele Firmenübernahmen scheitern an ungeeigneten Strukturen“, betont Eva Peters von Raum für Wachstum. „ Die Unternehmen in sich sind zu instabil, sie sind technisch und technologisch zu abhängig vom Altunternehmer, es wurde über die Jahre keine zweite Managementebene aufgebaut und es gibt keine diversifizierte Kundenstruktur. Nicht zuletzt hinkt die Produktentwicklung hinterher oder der Kaufpreis ist überzogen“. Gesichtspunkte, die in die Bewertung eines mittelständischen Betriebes einfließen, denn jedes Unternehmen wird individuell bewertet.
Eine systematische Nachfolgeplanung ist auch für geplante Finanzierungen von Vorteil, denn Basel II honoriert das beim Rating.
Fallstricke bei der Übernahme / Übergabe vermeiden
Bei einer Unternehmensübernahme sind sowohl für den Übernehmer wie auch für den Übergeber einige elementare Punkte zu beachten um Fallstricke zu vermeiden.
Der Übernehmer sollte
- genau auf die Gestaltung des Übernahmevertrages achten (Kauf,- Pacht-, Schenkungsvertrag).
- Gesetzliche Verpflichtungen zur Übernahme aller Rechte und Pflichten aus bestehenden Arbeitsverhältnissen, der Haftung für (Alt-)Verbindlichkeiten, betriebsbedingte Steuern, Garantie- und Gewährleistungen sollten vorab überprüft werden.
- Für die Berechnung eines realistischen Unternehmenswertes muss gesorgt werden.
- Das Konzept (Businessplan) muss stimmen, um die Finanzierung durch die Banken zu gewährleisten, niemals vorab privat finanzieren.
- Grundsätzlich stehen alle Fördermittel für Existenzgründer auch Nachfolgern zur Verfügung
Gesichtspunkte für den Übergeber:
- Bei langfristiger Planung einer Übergabe kann die Führungsübergabe gemeinsam geplant und die Einhaltung des schriftlich fixierten Terminplans überprüft werden, aufwändige Due-Dilligence entfallen. Der Inhaber kann sich zudem von der Qualifikation seines Nachfolgers überzeugen.
- Vorteil beim Verkauf des Unternehmens sind die materielle Sicherung des Lebensabends und klare Eigentumsverhältnisse.
- Bei der familieninternen Nachfolge bieten sich evtl. unentgeltliche Übertragungen in Form von Testament/Erbvertrag oder Schenkung an.
- Für alle Themen der Unternehmensnachfolge stehen qualifizierte Berater zur Verfügung, die frühzeitig von beiden Seiten mit einbezogen werden sollten.
Nachfolge frei von Emotionen
Gerade bei inhabergeführten Unternehmen spielen Emotionen eine große Rolle. Es fällt schwer loszulassen, einen neuen Führungsstil, eine neue Geschäftsausrichtung und neue Ideen zu akzeptieren. Das gilt für familieninterne Nachfolger genauso wie für externe.
Der Prozess der Abnabelung beginnt schon bei der Wahl des Nachfolgers. Häufig wird allzu selbstverständlich einer der Erben als Nachfolger eingesetzt. „Ganz klar, der Unternehmer möchte am liebsten sein Lebenswerk in die Hände des eigenen Sohnes bzw. der eigenen Tochter übergeben. Das kann jedoch dazu führen, dass Wissens- und Fähigkeitsdefizite übersehen werden, die man durch entsprechende Maßnahmen gut ausgleichen könnte,“ erklärt Herbert Müller von Raum für Wachstum. „Mit einer Potenzialanalyse, Führungskräfteentwicklung, Coaching und Teambildung können wir hier ganz gezielt unterstützen.“
Umgekehrt ist zu beachten, dass die nächste Generation oft aus einer moralischen Verpflichtung heraus ins Unternehmen einsteigt, schließlich will man den eigenen Vater nicht enttäuschen. Langfristig ist man dennoch nicht mit ganzem Herzen dabei und gefährdet damit möglicherweise den Fortbestand der Firma.
Externe Nachfolger haben es oft schwer sich im Unternehmen durchzusetzen. Die Denkweise des Inhabers: „der muss sich seine Sporen erst noch verdienen“, oder „das was der vorschlägt, haben wir alles schon mal versucht und es hat nicht funktioniert“ nagen an der Motivation des Neuen und oft führen unterschiedliche Erwartungen bereits nach kurzer Zeit zur Trennung.
Es hat sich deshalb bewährt, einen neutralen Mediator/Coach hinzu zu ziehen, der persönlich nicht mit dem Unternehmen und den Gesellschaftern verbunden ist. Herbert Müller ist Unternehmensberater, Coach und Mediator und stammt selbst aus einem Familienunternehmen. Er steht als verschwiegener Sparringspartner in wirtschaftlichen wie in menschlichen Themen beratend zur Verfügung.
Nachfolgeplanung mit Raum für Wachstum
Das Team von „Raum für Wachstum“ unterstützt Unternehmen individuell bei den erforderlichen organisatorischen und strukturellen Änderungen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge, z.B.:
- bei der Finanzierung des Kaufpreises – ggf. auch mit Fördermitteln
- bei einer fairen Altersversorgung
- bei der Besetzung der Position eines qualifizierten Nachfolgers
- bei der Eingliederung der Nachfolgeperson durch Potenzialanalyse, Teambildungsmaßnahmen, Führungskräfteentwicklung und Coaching
Im Internet und bei der IHK finden Unternehmer zwar umfassende Informationen, Fragebögen und Checklisten, die in der schwierigen Situation unterstützen können. Doch meist bleibt neben dem Tagesgeschäft wenig Zeit, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Als Personalberaterin mit Erfahrung in der Besetzung von Führungskräftepositionen stellt Eva Peters von Raum für Wachstum deshalb Unternehmern geeignete Kandidaten für die Nachfolge vor.
Doch damit ist es nicht getan, denn Eigentümer werden diese Personen immer mit der eigenen Erwartung und Emotion bewerten. „Schließlich soll er etwas abgeben und der andere soll ihn ersetzen, was ja eigentlich gar nicht geht“, weiß Eva Peters. „Nur zu oft sind das die Gründe, warum Nachfolgeregelungen nicht angegangen werden. So lange, bis es zu spät ist, eine für alle Beteiligten vernünftige Lösung in die Tat umzusetzen.“
Eva Peters hat viel Erfahrung mit Eigentümer geführten Unternehmen und versteht die Bedenken und Sorgen. Sie hört zu, erarbeitet ein Konzept nach den Wünschen des Eigentümers, sucht den Nachfolger in spe und begleitet beide gemeinsam auf dem Weg in die neue Herausforderung.
Weiterführende Links zum Thema Unternehmensnachfolge:
Passgenau zum Nachfolger – Informationen und Beratung der IHK München und Oberbayern
- http://www.muenchen.ihk.de/internet/mike/ihk_geschaeftsfelder/starthilfe/Unternehmensnachfolge/Nachfolge_Vermittlung.html
- http://www.unternehmensnachfolge-in-bayern.de
In der nexxt-change-Unternehmensbörse der
IHK(KfW inserieren kostenfrei Existenzgründer, die einen Betrieb
übernehmen wollen und Unternehmer, die einen Nachfolger suchen.
UnternehmensMarkt
– die Unternehmensbörse, unabhängige Unternehmensbörse für den
Mittelstand
Der Raum für Wachstum Newsletter
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